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Vor unserer Gütestelle können sowohl außergerichtliche Schlichtungs- bzw. Güteverfahren als auch Mediationsverfahren durchgeführt werden.

Welches Verfahren das für Sie geeignetste ist, erfahren Sie auf dieser Seite.
Gerne können Sie sich auch jederzeit unter 07452 – 75 08 29 1 an uns wenden, gemeinsam können wir dann klären, welches Verfahren Ihren Wünschen und Zielen am Besten entspricht.

Mediationsverfahren

Neben der Möglichkeit der Durchführung eines Güteverfahrens bieten wir Ihnen auch die Möglichkeit Ihren Konflikt im Rahmen eines Mediationsverfahrens beizulegen. Die Mediation ist eine bereits seit langem bekannte, aus dem anglo-amerikanischen Raum stammende Form der Konfliktbeilegung.

Im Rahmen des Mediationsverfahrens versuchen wir zwischen den Konfliktparteien zu vermitteln. Ziel ist es, dass Sie selbst eine Lösung für Ihren Konflikt erarbeiten. Hierzu klären wir zunächst mit den einzelnen Konfliktparteien deren Interessenlage und versuchen Sie im Verfahrensverlauf zur gemeinsamen und freien Lösung zu bringen. Entscheidend ist hierbei, dass die Parteien sich in die jeweils andere Position versuchen hinein zu versetzen und somit ein Verständnis für die Interessenlage der Gegenpartei entwickeln.

Ein Mediationsverfahren gliedert sich in aller Regel in folgende Verfahrensschritte:

Mediation

  1. Vorbereitung und Abschluss eines Mediationsvertrags

    Zunächst muss eine kooperative Kooperationsbasis aller Beteiligten geschaffen werden. Alle Parteien müssen sich auf eine Mediation einlassen wollen und die jeweiligen Erwartungen und Ziele müssen definiert werden. Weiterhin wird geklärt, was eine Mediation leisten kann, welche prinzipiellen Regeln gelten und ob sich eine Mediation in dem jeweiligen Einzelfall überhaupt zur Konfliktlösung anbietet. Im Anschluss daran wird ein Vertrag zur Fixierung der genauen Aufgaben, der organisatorischen Rahmenbedingungen sowie der Kosten abgeschlossen.

  2. Informations- und Themensammlung

    In der zweiten Phase geht es darum die konkreten Themen der Mediation zu sammeln und zu definieren. Es wird hierbei jedoch noch nicht in die eigentliche Mediation und Konfliktbewältigung eingestiegen, sondern es wird lediglich gesammelt, welche Punkte der Konflikt aus Sicht beider Parteien umfasst. Durch diese Themensammlung wird nicht nur der inhaltliche Umfang der Mediation festgelegt, sondern es wird den Konfliktparteien auch transparent gemacht, worum es der Gegenseite eigentlich geht. Zudem muss sich jede Partei Klarheit darüber verschaffen, was sie eigentlich stört und wo aus ihrer Sicht der Konflikt angesiedelt ist. Hierbei werden oft auch Punkte sichtbar, die die jeweils andere Partei so nie als Grund für den Konflikt angesehen hat. Die Informations- und Themensammlung ist zudem auch wichtig um zu klären welche Informationen für das eigentliche Mediationsverfahren ggf. noch beschafft werden müssen.

  3. Interessenklärung

    Im dritten Schritt, der Interessenklärung, geht es darum, was den Konfliktparteien jeweils wichtig ist. Wir leiten in dieser wichtigen Phase den Kommunikationsprozess der Beteiligten ein, in dem die Parteien nach und nach die sich gegenseitig ausschließenden Positionen und Ansprüche aufgeben und so die eigentlichen, tiefer liegenden Interessen und Bedürfnisse sichtbar werden. Es wird also eine Transparenz geschaffen, die dazu führt, dass den Parteien deutlich wird, wieso die Gegenseite so gehandelt hat oder wieso das ein oder andere Bedürftnis oder der Anspruch für sie so wichtig ist. Zugleich fördern wir in diesem Schritt die gegenseitige Anerkennung und ggf. sogar das Verständnis für die Gegenseite und deren Verhalten. Auf dieser Basis können dann gemeinsam Lösungen entwickelt werden.

  4. Kreative Ideensammlung

    Bei der vierten Phase, der kreativen Ideensuche, ist die Fragestellung, welche Lösungsmöglichkeiten generell überhaupt denkbar wären. Es werden somit von den Parteien Ideen entwickelt, die eventuell für die Konfliktbeilegung hilfreich sein könnten. Wir leiten Sie hierbei an, um feste Denkmuster zu durchbrechen und so neue und kreative Lösungen zu entwickeln. Hierbei nehmen wir uns die nötige Zeit um Ideen in aller Ruhe und in einer entspannten Atmosphäre zu entwickeln. Die oft sehr kreativen und für alle Seiten vorteilhaften Ideen werden in diesem Schritt jedoch nur gesammelt. Eine Bewertung findet nicht statt, sondern es geht hier einzig und alleine darum verschiedene Lösungswege zu entwickeln und neue Denkweisen zu nutzen.

  5. Auswahl und Bewertung der Lösungsoptionen

    Nach der kreativen Ideensuche treffen die Parteien gemeinsam eine erste Auswahl der denkbaren Lösungsvarianten und bewerten diese auf Grundlage der jeweiligen Bedürfnisse und Interessen. Hierbei wird auf die im dritten Schritt gesammelten Wünsche und Interessen zurückgegriffen um so eine für alle Beteiligten vorteilhafte und akzeptable Lösung des Konflikts zu finden. Unsere Aufgabe liegt in dieser Phase auch darin, den Parteien die eventuell so noch nicht berücksichtigten Folgewirkungen einer Lösungsoption aufzuzeigen um dies in die Bewertung mit einfließen zu lassen. Dies ist wichtig, damit zum einen eventuelle Unsicherheiten ausgeräumt werden die einer Konfliktlösung im Wege stehen, zum anderen aber auch um nicht in einer kurzfristigen Euphorie vorschnell einer Lösung zuzustinmmen, die nicht dauerhaft Bestand haben kann. Die fünfte Phase dient daher auch der Überprüfung, ob eine Lösung in jeder Hinsicht, also auch aus technischer, juristischer oder sozialer Sicht umsetzbar und dauerhaft zur Konfliktbeseitigung beitragen kann.

  6. Abschluss einer Mediationsvereinbarung und Umsetzung

    In der letzten Phase, wenn sowohl die jeweiligen Interessen, als auch die Wünsche, Ansprüche und Bedürfnisse geklärt, Lösungen entwickelt und diese auf Grund der jeweiligen Interessenlage bewertet wurde, steht der Abschluss einer Mediationsvereinbarung. In dieser wird schließlich eine tragfähige Vereinbarung entwickelt und festgelegt, wie diese dann in der Realität umzusetzen ist. Durch die Mediationsvereinbarung erhält die gefundene Konfliktlösung auch eine gewisse Verbindlichkeit und Ernsthaftigkeit, was durch deren schriftliche Fixierung unterstrichen und abgesichert wird. Oft gibt eine so gefundene Konfliktlösung auch Impulse für den weiteren Umgang miteinander sowie den Umgang mit zukünftigen Konflikten. Häufig stellt eine solche Vereinbarung auch den Beginn einer neuen Beziehung zwischen den Parteien dar oder kann diese ggf. auch verbessern und belastbarer machen.

Besonders geeignet sind Mediationsverfahren in familienrechtlichen Streitfällen wie beispielsweise im Rahmen von Scheidungen oder auch bei erbschaftlichen Auseinandersetzungen. Auch Miet-, Nachbarschafts- oder Wohnungseigentumsstreitigkeiten sowie Streitigkeiten zwischen oder innerhalb von Unternehmen eignen sich besonders für die Mediation.

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Verfahrensarten

Rainer Sturm / pixelio.de

Güteverfahren vor der staatlich anerkannten Gütestelle

Das Schlichtungs- bzw. Güteverfahren wird nach einer durch den Präsidenten des Landgerichts Stuttgart geprüften und genehmigten Verfahrensordnung durchgeführt.
Die Verfahrensordnung können Sie hier einsehen.

Die Verfahrensordnung regelt die notwendige Rahmenbedingungen, verzichtet jedoch aber auf übermäßigen Bürokratismus, um den zügigen und effektiven Verfahrensablauf zu garantieren.

Wann ist ein Güteverfahren sinnvoll?

Die Durchführung eines Güteverfahrens vor einer staatlich anerkannten Gütestelle ist immer dann sinnvoll, wenn Fristen gehemmt werden sollen. Nach § 204 Abs. 1 Nr. 4 BGB wird die Verjährung durch die Beantragung einer Güteverhandlung vor einer anerkannten Gütestelle gehemmt.

Auch wenn es darum geht möglichst schnell, kostengünstig und ohne großen bürokratischen Aufwand zu einer rechtssicheren Einigung zu kommen bietet sich das Verfahren vor der Gütestelle besonders an, da die Abschlussvereinbarung durch die Gütestelle für vollstreckbar erklärt werden kann. Aus dieser Vereinbarung kann dann die Zwangsvollstreckung betrieben werden.

Die Durchführung eines Güteverfahrens ist immer dann zulässig, wenn das Gesetz den Parteien die Möglichkeit der selbstständigen Streitbeilegung einräumt. In zivilrechtlichen Verfahren vor dem Amtsgericht war die Durchführung eines Güteverfahrens bis Mai 2013 sogar zwingend vorgeschrieben, sofern der Wert der geltend gemachten Ansprüche 750 Euro nicht übersteigt.

Das Güteverfahren bietet sich des Weiteren in den Fällen an, in denen der Streit nicht durch ein Gerichtsverfahren an die Öffentlichkeit gelangen soll.

Im Folgenden erhalten Sie einen Überblick über den Ablauf des Güteverfahrens vor der Gütestelle.

Die Einleitung des Güteverfahrens

Das Güteverfahren wird auf Antrag einer Partei eingeleitet. Sie können die Durchführung des Güteverfahren sowohl schriftlich, per Fax, per E-Mail, mündlich oder telefonisch beantragen.
Das Antragsformular finden Sie hier.

Soll die Verjährung des Anspruchs durch das Güteverfahren gehemmt werden oder andere gesetzliche Folgen der Anrufung einer Gütestelle erreicht werden, muss die Beantragung des Güteverfahrens zwingend schriftlich erfolgen!

Mit dem Antrag muss eine kurze Zusammenfassung des streitigen Sachverhalts eingereicht werden. Sollte die Gegenpartei dem Güteverfahren bereits zugestimmt haben, so ist dies ebenfalls mitzuteilen.

Bitte nutzen Sie zur Beantragung des Güteverfahrens unbedingt das Antragsformular welches Sie hier finden.

Vorbereitung des Güteverfahrens

Im Vorfeld des Güteverfahrens wird der Gegenpartei zunächst der Antrag zugestellt und um Zustimmung zur Durchführung des Güteverfahrens gebeten. Erfolgt binnen einer von der Gütestelle gesetzten Frist von zwei Wochen keine Zustimmung der Gegenpartei, wird dem Antragsteller dies schriftlich mitgeteilt und das Verfahren wird beendet.

Liegt die Zustimmung aller Parteien zur Durchführung des Güteverfahrens vor, wird durch die Gütestelle ein zeitnaher Gütetermin bestimmt.

Durchführung des Güteverfahrens

Das Güteverfahren ist nicht öffentlich. Jede Partei kann jedoch anwaltlichen oder sonstigen Beistand hinzuziehen. Die Güteverhandlung ist mündlich und wird in der Regel nicht durch Schriftsätze vorbereitet.

Die Anzahl der Gütetermine hängt vom jeweiligen Verfahrensumfang sowie den konkreten Streitpunkten ab.

Das Ziel des Güteverfahrens ist es, dass die Beteiligten mit Unterstützung der Gütestelle zu einer selbst verantworteten, interessenorientieren und einvernehmlichen Lösung gelangen. Sowohl die Kommunikation mit der Gegenseite als auch die Bereitschaft zur Lösung sind somit unverzichtbare Voraussetzungen für das Gelingen einer Güteverhandlung. Der Schlichter achtet während des gesamten Verfahrens auf Fairness und darauf, dass die Verhandlungen auf gleicher Augenhöhe erfolgen können.

Vor, während oder außerhalb der Güteverhandlung können durch den Schlichter Einzelgespräche durchgeführt werden, sofern dies als sachdienlich erachtet wird.

Abschluss des Güteverfahrens

Das Güteverfahren wird durch die Unterzeichnung einer Vereinbarung der Parteien abgeschlossen, sofern sich die Parteien über den Streitgegenstand oder Teile des Streitgegenstands einigen konnten.

Erachtet eine der Parteien oder der Schlichter das Güteverfahren für gescheitert, so wird das Güteverfahren ebenso beendet.

Abschlussvereinbarung

Einigen sich die Parteien über den Streitgegenstand oder einen Teil des Streitgegenstands, so wird diese Einigung durch den Schlichter protokolliert. Die protokollierte Abschlussvereinbarung ist durch die Parteien zu genehmigen und zu unterzeichnen.

Aus einer solchen Abschlussvereinbarung kann nach § 794 Abs. 1 Nr. 1 ZPO die Zwangsvollstreckung betrieben werden. Voraussetzung hierfür ist, dass zuvor die Erteilung einer Vollstreckungsklausel bei der Gütestelle beantragt wird, die dann das für die Klauselerteilung notwendige veranlasst.

Wichtig: Führt das Güteverfahren nicht zum Erfolg steht Ihnen nach wie vor der Rechtsweg offen.

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Für nähere Informationen zu den einzelnen Verfahren stehen wir Ihnen gerne beratend zur Verfügung. Rufen Sie uns einfach unter 07452 – 75 08 29 1 an.

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